Zum neuesten Corona-Gipfel: Ohne Fakten ist es Willkür.

20. Jan. 2021

Der Bundesvorsitzende der Partei Liberal-Konservative Reformer (LKR), Jürgen Joost, hat die heute getroffenen Verlängerung und Verschärfung des Corona-Lockdowns hart kritisiert: „Nach wie vor bleibt die Bundesregierung den Nachweis für die Sinnhaftigkeit vieler Einschränkungen schuldig. Die bereits am 4. Januar zusammengefasste Kritik des LKR-Bundesvorstands zur Corona-Politik bleibt in vollem Umfang bestehen. Weiter werden die Statistiken des Robert-Koch-Institutes vollkommen ignoriert, dass die Todesfälle durch und mit CoViD19 mit 1.213 pro 100.000 ganz überproportional die Altersgruppe über 80 Jahre betreffen, in deutlich geringerem Maße (144 pro 100.000) die Altersgruppe von 66-79 und in verschwindend geringem Umfang pro 100.000 alle darunterliegenden Altersgruppen betreffen.

Damit ist deutlich, dass der Weg eines allgemeinen brachialen Lockdowns, der nicht auf das tatsächliche Infektionsgeschehen und die tatsächlichen Gefährdungen abstellt, während der Schutz der Risikogruppen bislang sträflich vernachlässigt wurde, falsch ist.

Obwohl die Zahlen bekannt sein müssen, wo die Übertragungen in erster Linie stattfinden und Infektionsketten ausgelöst werden, verweigert die Regierung die detaillierte Bekanntgabe. Sie weist nicht nach, warum die einzelnen Maßnahmen gerechtfertigt und begründet sind. Genau diesen Nachweis verlangen wir. Solange diese Fakten nicht der Öffentlichkeit transparent dargelegt werden, bleibt der Vorwurf der Willkür und Inkonsistenz der beschlossenen Maßnahmen bestehen“.

Die Bundeskanzlerin hört nur noch auf solche Ratgeber, die ohnehin ihre Ansicht bestärken. Der Stellvertretenden LKR-Bundesvorsitzende und Bundestagsabgeordnete Uwe Kamann kommentiert dies auf Twitter so: „Bei wichtigen Entscheidungen, sei es Energiewende, Flüchtlingskrise oder nun auch die Corona -Pandemie , immer hat Frau Merkel eigensinnig gehandelt und nur den Rat eingeholt, den sie hören wollte. Ihr Glück ist die Obrigkeitshörigkeit der Deutschen.“

Den absoluten Vogel schießt allerdings der FDP-Vorsitzende Christian Lindner ab: „Heute hätte der #Bundestag debattieren können, ob Grundrechte schärfer eingeschränkt werden. Warum die @cducsu das nicht will, ahne ich. Dass die Opposition nicht geschlossen Parlamentsbeteiligung gefordert hat, ist ein Rätsel. Da waren die @GrueneBundestag schon weiter.“

DAS ist vorsätzliche Volksverdummung. Am 18. November 2020, also vor gerade zwei Monaten, haben die FDP und alle Bundestagsfraktionen geschlossen einen Änderungsantrag der LKR-Abgeordneten Uwe Kamann und Mario Mieruch sowie der parteilosen Abgeordneten Frauke Petry zum Infektionsschutzgesetz abgelehnt, der genau diese Beteiligung zwingend vorgeschrieben hätte. Der Antrag lautete: „Die Anordnung von Schutzmaßnahmen, die Grundrechtseinschränkungen zur Folge haben, muss ihrerseits verhältnismäßig sein und vorab vom Deutschen Bundestag beschlossen werden.“

 

*COVID-19-Dashboard des Robert-Koch-Institutes https://experience.arcgis.com/experience/478220a4c454480e823b17327b2bf1d4/page/page_1/

Einzelstatistiken:

COVID-19-Fälle nach Altersgruppe und Geschlecht/100.000 Einwohner  COVID-19-Fälle nach Altersgruppe und Geschlecht

COVID-19-Fälle nach Altersgruppe und Geschlecht/100.000 Einwohner 

COVID-19-Todesfälle nach Altersgruppe und Geschlecht

COVID-19-Todesfälle nach Altersgruppe und Geschlecht/100.000 Einwohner